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Das Interview: Wasser marsch!



„Wasser marsch!“ Unser Vereinsvorsitzender Michael Maurer gibt in einem kurzen Interview einen Einblick in dieses wichtige Projekt von Tiwi Ndogo. Viel Spaß beim Lesen. Kommentare sind gerne erwünscht. :)

Michael, was genau ist „Wasser marsch!“?

„Als wir unsere Arbeit aufgenommen haben, sind wir natürlich mit den Einheimischen in Kontakt getreten. Sie haben uns gesagt, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser auf jeden Fall das ist, was sie sich am meisten wünschen und was am dringendsten benötigt wird. Leider haben nämlich nur wenige Menschen im Bereich in und um Tiwi die Möglichkeit, sauberes Trinkwasser zu bekommen. Man kann das zwar in Kenia kaufen – aber da viele einfach kein Einkommen haben, geht das natürlich nicht mal eben so. Diese Menschen, ohne Geld, mussten dann immer schmutziges Wasser nehmen, wodurch Krankheiten nahezu vorprogrammiert sind. Dass auch die Hygiene darunter leidet, muss ich wohl nicht extra betonen. Unser Ziel mit „Wasser marsch!“ war und ist es also, so vielen Menschen wie möglich durch den Bau von Brunnen den kostenlosen Zugang zu frischem, sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.“

Wie entstand die Idee, den Brunnenbau zu fördern?

„Man muss ehrlich sagen: Brunnen sind da unten sehr rar gesät. Das habe ich bei meinen ersten Besuchen schon festgestellt. Außerdem war es so, dass bei einigen Brunnen immer bezahlt werden musste, wenn man Wasser dort abzapfen wollte. Durch unser Projekt können wir das nun kostenlos anbieten und erleichtern es damit sehr vielen Familien. “

Wie genau schafft ihr es, dieses Projekt auch in die Tat umzusetzen?

„Einige unserer Spender geben gezielt Geld für „Wasser marsch!“. Wir sind auf diese Spenden angewiesen. Denn so einen Brunnen zu bauen, ist nicht ganz günstig. Im Moment belaufen sich die Baukosten auf etwa 1.861 Euro, was rund 200.000 Kenia-Schilling sind. Normal kostet es sogar 250.000 Kenia-Schilling, die ein einheimisches Unternehmen für die Errichtung eines Trinkwasserbrunnens aufruft. Aber als die gesehen haben, dass wir ein gemeinnütziger Verein sind der damit etwas Soziales macht, haben sie uns diesen Sonderpreis gemacht. Wir gucken dann durch unsere Mitarbeiter vor Ort wo, an welcher Stelle, der Bau Sinn ergibt. Da muss geschaut werden, ob der sandige Boden das hergibt. Und wichtig ist auch, dass die Brunnen auf privatem Gelände gebaut werden. Da stehen wir aber in engem Kontakt und bekommen das auch hier in Deutschland immer ganz gut mit, was gerade Sache ist.“

Wie genau hilft „Wasser marsch!“ schon jetzt den Menschen in Tiwi?

„Das kann ich ganz einfach beantworten: nämlich mit dem Herzen. Wir haben jetzt schon viele neue Brunnen in Kenia gesehen. Und dabei sind sehr oft dicke Tränen geflossen. Vor allem bei den Frauen, die sich oft kilometerlange Märsche ersparen und nun endlich sauberes Wasser für sich und ihre Familien kostenlos abholen können. Im Moment kosten 20 Liter Wasser rund vier Cent. Wer das bezahlen kann – gut. Wer nicht – auch kein Thema. Jeder bekommt so viel und so oft Trinkwasser, wie er möchte. Durch unsere Spenden können wir das ganz gut auffangen. Wenn ich da unten durch Tiwi laufe, dann wissen mittlerweile schon sehr viele Leute, wer ich bin. Und immer wieder sagen sie, wie toll das ist, dass sie nun so viel Wasser haben. Dass ihnen das hilft. Und da sieht man dann einfach, dass die Arbeit auch wirklich etwas bewirkt. Den Menschen sind Wasser und Essen einfach die wichtigsten Dinge. Durch unser Projekt haben sie nun das sichere Gefühl, dass sie einfach immer das bekommen, was sie dringend benötigen. Sie sind voller Freude und bedanken sich immer mehrfach. Einfach nur schön.“

Wie siehst du die Zukunft des Projekts?

„Es muss nach wie vor wichtig für uns sein, dass die Brunnen nicht auf staatlichem Gelände gebaut werden. Denn dann könnte es passieren, dass der Staat Kenia die Hand darüber hält und plötzlich Geld dafür verlangt. Deswegen suchen wir für die Brunnen immer Grundstücke im privaten Besitz. Mit den Eigentümern machen wir dann die Spielregeln aus, das ist meistens unproblematisch. Wir kontrollieren die Brunnen, die z.B. nachts auch abgeschlossen werden, damit niemand damit Unfug anstellt. Im Moment denke ich, dass wir noch gut zehn bis zwölf weitere Brunnen in Tiwi bauen müssen, damit die Versorgung ausreichend gewährleistet wird. Sechs Brunnen haben wir schon gebaut. Und wenn wir jetzt im Januar vor Ort sind, sollen weitere drei dazu kommen. Einen lassen wir als Verein errichten, weil wir mittlerweile genug Geld dafür gesammelt haben. Und zwei weitere Brunnen können durch die Spenden zweier Gönner errichtet werden, die uns jetzt auch nach Kenia begleiten und sich vor Ort davon überzeugen können.“

Interview: Jan Schulte


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