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Wasser marsch!

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Ich öffne den Wasserkran und schon kommt sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Für mich als Europäer eine Selbstverständlichkeit. Trinkwasser im Überfluss, so dass ich diese lebenswichtige Kostbarkeit nicht mehr bewusst wahrnehme. Und ich benötige am Tag zusammen mit meiner Familie etwa 300 Liter davon. Doch wie schnell würde Wasser in mein Bewusstsein rücken, wenn aus dem Kran keines mehr laufen würde?

Kenianer – und ich denke, auch die meisten Menschen auf dem afrikanischen Kontinent – scheinen ein anderes Verhältnis zum Trinkwasser zu haben als ich. Sie erkennen Wasser als Lebenselixier. Sie gehen mit Wasser bewusst um, zumal sehr viele von ihnen es mit Eimern aus Brunnen schöpfen und mühselig zu ihren Häusern tragen. Und für dieses Wasser müssen sie gewöhnlich bezahlen. Für 10 Liter sind es umgerechnet zwischen 1 und 3 Eurocent. Es gibt zwar auch öffentliche Brunnen, doch diese sind rar.

Etwa 48 Prozent der Kenianer haben am Tag weniger als 1,80 Euro zur Verfügung. Manche haben kein Geld zur Verfügung. Diesen Menschen ist es zumeist nicht möglich, sich sauberes Trinkwasser zu beschaffen.

Durch viele Gespräche mit Kenianern und durch eigene Beobachtungen haben wir festgestellt, dass unser Brunnenbauprojekt „Wasser marsch“ bei den Kenianern die mit Abstand höchste Priorität unserer Projekte hat. Sie erzählen von Menschen, die kein Geld für sauberes Trinkwasser haben. Sie beschaffen sich unsauberes Wasser aus dem nahegelegen Fluss oder an anderen Örtlichkeiten. Oft ist die Folge eine Erkrankung oder ein lebensbedrohlicher körperlicher Allgemeinzustand.

Der Grundwasserspiegel in Tiwi (ca. 13 km²) befindet sich in etwa 30 bis 35 Meter Tiefe. Der Boden besteht hauptsächlich aus kalkhaltigem Korallenstein.

Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Brunnen zu bauen:

Die erste ist das Bohren mit Maschinen, zumeist durch ausländische Unternehmen. Ein solcher Brunnen ist in wenigen Tagen fertiggestellt und kostet mehrere tausend Euro. Liegt irgendwann ein Defekt an der Wasserförderung vor (z. B. durch Absenkung des Grundwasserspiegels), muss wiederum eine Fachfirma beauftragt werden, die diese Störung beseitigt.

Die zweite Möglichkeit ist das manuelle Graben. Hier wird mit Schaufeln und Händen ein rundes Loch (Durchmesser etwa 120cm) gegraben und ausgemauert. Der Bau eines solchen klassischen Brunnens dauert erfahrungsgemäß jedoch etwa 2-3 Monate. Der Vorteil an dieser Bauweise jedoch ist, dass einheimische Spezialisten die Arbeiten durchführen und somit ihren Lebensunterhalt verdienen und auftretende Störungen eigenständig beheben können. Der Bau eines solchen Brunnens kostet etwa 1500 Euro inklusive einer manuellen Handpumpe.

Wir favorisieren den Bau eines klassischen Brunnens, da durch den Bau und die eigenständige Instandhaltung mehrere Einheimische ihren Lebensunterhalt für ihre Familien sichern können. Des Weiteren sind die Entstehungskosten erheblich günstiger als beim Brunnenbohren. Im Durchschnitt kostet ein Meter Brunnentiefe etwa 45-50 Euro.

Wenn Sie für dieses Projekt spenden möchten, dann schreiben Sie bitte Wasser marsch mit ihrem Namen und Anschrift als Verwendungszweck auf ihre Überweisung. Wir werden an jedem Brunnen, der durch Spenden finanziert wird, eine Tafel mit den Namen der Sponsoren installieren.

 

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